Welches Casinospiel hat den kleinsten Hausvorteil?

Wer im Online-Casino spielt, sollte den Hausvorteil kennen – im Englischen House Edge. Er zeigt, welchen mathematischen Vorsprung das Casino bei einem Spiel langfristig hat.

Die Regel ist simpel: Je kleiner der Hausvorteil, desto günstiger ist das Spiel mathematisch für dich.

Zwischen den einzelnen Casinospielen liegen dabei überraschend grosse Unterschiede. Bei manchen Wetten beträgt der Vorsprung des Casinos rund 1 %, bei anderen steigt er auf über 10 bis 15 %.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, welche Casinospiele und Wetten den kleinsten Hausvorteil haben, warum es innerhalb eines Spiels darauf ankommt, worauf du setzt, und was das in der Praxis bedeutet.

Bankroll für Roulette

Was ist der Hausvorteil?

Der Hausvorteil beschreibt, welchen mathematischen Vorsprung das Casino auf lange Sicht hat.

Angenommen, ein Spiel hat einen Hausvorteil von 2 %. Vereinfacht heisst das: Über sehr viele Runden und einen erheblichen Umsatz hinweg liegt der erwartete Vorteil des Casinos bei etwa 2 %.

Das bedeutet aber nicht, dass du bei 200 € Umsatz garantiert 4 € verlierst.

Kurzfristig kann das Ergebnis völlig anders ausfallen – mit deutlichem Gewinn ebenso wie mit deutlichem Verlust.

Der Hausvorteil beschreibt vor allem die langfristigen mathematischen Verhältnisse.

Welche Casinospiele haben den kleinsten Hausvorteil?

Der Hausvorteil hängt immer von den konkreten Regeln und der gewählten Wette ab – eine einzige Zahl für ein ganzes Spiel gibt es deshalb nicht.

Spiel / Wette Ungefährer Hausvorteil
Craps – Odds-Wette 0 %
Blackjack – gute Regeln + Basisstrategie ca. 0,5 %
Baccarat – Banker 1,06 %
Baccarat – Player 1,24 %
Europäisches Roulette 2,70 %
Amerikanisches Roulette 5,26 %
Baccarat – Tie rund 14,36 %

An der Tabelle sieht man schon: Nicht nur das Spiel zählt, sondern auch die konkrete Wette.

Bei Craps gibt es zum Beispiel die Odds-Wette mit 0 % Hausvorteil – die ist allerdings kein eigenständiges Spiel, sondern hängt an einer passenden Grundwette.

🥇 Blackjack – bis hinunter zu etwa 0,5 %

Blackjack ist das bekannteste Beispiel für ein Casinospiel mit sehr kleinem Hausvorteil.

Bei günstigen Tischregeln und korrekter Basisstrategie lässt sich der mathematische Vorsprung des Casinos auf etwa 0,5 % drücken.

Das ist erheblich günstiger als beispielsweise die 5,26 % beim amerikanischen Roulette.

Entscheidend ist allerdings, an welchem Blackjack-Tisch du spielst.

Den Hausvorteil beeinflussen unter anderem:

  • wie viele Kartendecks verwendet werden;
  • ob der Dealer bei Soft 17 stehen bleibt;
  • wie hoch ein Blackjack ausgezahlt wird;
  • ob in bestimmten Situationen verdoppelt werden darf;
  • welche Split-Regeln gelten;
  • wie oft erneut gesplittet werden kann.

Auch deine eigenen Entscheidungen zählen erheblich – mehr dazu in unserem Beitrag zu den besten Blackjack-Strategien.

3:2 oder 6:5 – ein grösserer Unterschied, als er aussieht

Das Wichtigste, was du an einem Blackjack-Tisch prüfen solltest: Zahlt ein natürlicher Blackjack 3:2 oder 6:5?

Die 6:5-Auszahlung ist deutlich ungünstiger für dich.

Zwei auf den ersten Blick identische Blackjack-Tische können sich dadurch mathematisch erheblich unterscheiden.

🥈 Baccarat – die Banker-Wette

Die Banker-Wette beim Baccarat gehört ebenfalls zu den Casinowetten mit dem kleinsten Hausvorteil.

Bei Standard-Baccarat liegt er bei etwa 1,06 %.

Das ist besonders bemerkenswert, weil Baccarat ein sehr einfaches Spiel ist: Du setzt auf Banker, Player oder Tie, danach werden die Karten nach festen Regeln ausgeteilt.

Der Unterschied zwischen Banker und Player ist mathematisch nicht riesig, Banker liegt aber leicht vorn.

Auf Banker-Gewinne fällt in der Regel eine Kommission von 5 % an, die das Casino von der Auszahlung abzieht.

🥉 Craps – mit den richtigen Wetten extrem niedrig

Craps ist insofern besonders, als sich für das gesamte Spiel kein einzelner Hausvorteil angeben lässt.

Die Mathematik der einzelnen Wetten unterscheidet sich stark.

Pass Line und Don’t Pass arbeiten mit einem vergleichsweise niedrigen Hausvorteil, und die daran gekoppelte Odds-Wette hat einen Hausvorteil von 0 %.

Das klingt fast zu gut – mit einem wichtigen Detail: Die Odds-Wette lässt sich nur zusätzlich zu einer passenden Grundwette platzieren.

Es ist also nicht so, dass Craps insgesamt mit 0 % Hausvorteil laufen würde.

Auf der anderen Seite stehen die deutlich ungünstigeren Proposition Bets, bei denen der Vorsprung des Casinos erheblich höher ausfällt.

Bei Craps lohnt es sich deshalb besonders zu lernen, welche Wetten günstig sind und welche du eher meiden solltest.

Europäisches Roulette – 2,70 %

Beim klassischen europäischen Roulette mit einer Null liegt der Hausvorteil bei 2,70 %.

Das ist etwas höher als bei Blackjack oder der Banker-Wette im Baccarat, aber weiterhin günstiger als amerikanisches Roulette.

Der europäische Kessel enthält neben der Null die Zahlen 1 bis 36.

Der amerikanische hat dagegen 0 und 00.

Dieses eine zusätzliche Feld verschlechtert die mathematische Lage des Spielers erheblich.

Amerikanisches Roulette – 5,26 %

Der Hausvorteil beim amerikanischen Roulette beträgt rund 5,26 %.

Das ist fast das Doppelte des europäischen Werts von 2,70 %.

Wenn du also dieselbe Strategie mit ähnlichen Einsätzen spielst, startest du beim amerikanischen Roulette langfristig aus einer deutlich schlechteren Position.

Hast du die Wahl und zählt allein der Hausvorteil, ist europäisches Roulette eindeutig die bessere Entscheidung. Welche Varianten es sonst noch gibt, zeigen unsere Roulette-Strategien.

Baccarat – die Player-Wette

Die Player-Wette liegt bei etwa 1,24 % Hausvorteil.

Das ist sehr nah am Banker-Wert von 1,06 %.

Die Player-Wette ist also keineswegs eine schlechte Wahl – besonders im Vergleich zu den Side Bets mit ihrem deutlich höheren Hausvorteil.

Banker bleibt mathematisch trotzdem einen Tick besser.

Baccarat – Tie: dasselbe Spiel, völlig andere Mathematik

Baccarat ist das beste Beispiel dafür, dass es nicht reicht, nur den Namen des Spiels zu kennen.

Die Tie-Wette, also das Unentschieden, lockt mit einer sehr hohen Auszahlung.

Das wirkt zunächst attraktiv, doch der Hausvorteil liegt bei rund 14,36 % – dramatisch höher als die 1,06 % der Banker-Wette.

An ein und demselben Baccarat-Tisch gilt also:

Banker → ca. 1,06 %

Player → ca. 1,24 %

Tie → ca. 14,36 %

Ein gewaltiger Unterschied.

Ein hoher Auszahlungsmultiplikator bedeutet also nicht, dass es sich um eine mathematisch gute Wette handelt.

Warum das Spiel mit dem kleinsten Hausvorteil nicht immer die beste Wahl ist

Der Hausvorteil ist wichtig, sagt aber nicht alles.

Auch Einsatzhöhe, Spieltempo und Spieldauer zählen.

Nehmen wir an, du hast Blackjack mit 0,5 % und Roulette mit 2,70 % zur Auswahl.

Auf den ersten Blick ist Blackjack klar die bessere Wahl.

Wenn du beim Blackjack allerdings mit 20 € pro Hand spielst und beim Roulette nur mit 2 €, sehen der Umsatz und deine tatsächliche Belastung schon ganz anders aus.

Deshalb solltest du den Hausvorteil immer zusammen mit Einsatzhöhe und Spieltempo betrachten. Wie du deine Einsätze an dein Budget anpasst, steht im Beitrag über die richtige Casino-Bankroll.

Hausvorteil und RTP – wo liegt der Unterschied?

Bei Slots begegnet dir häufiger der RTP, also Return to Player.

Der RTP zeigt, welcher Anteil des eingesetzten Geldes langfristig an die Spieler zurückfliesst.

Bei einem Slot mit 96 % RTP liegt der theoretische Hausvorteil also bei 4 %.

Der Zusammenhang ist einfach:

100 % − RTP = Hausvorteil

98 % RTP entsprechen demnach 2 % Hausvorteil, 95 % RTP entsprechen 5 %.

Auch das ist ein langfristiger Wert: Er bedeutet nicht, dass du in einer einzelnen Sitzung exakt 96 % deines Einsatzes zurückbekommst. Ausführlicher erklären wir das im Beitrag zu RTP und Volatilität.

Welche Wetten du eher meiden solltest

Wenn du ausschliesslich auf den mathematischen Nachteil schaust, solltest du Wetten mit deutlich höherem Hausvorteil meiden.

Dazu gehören etwa bestimmte Baccarat-Side-Bets, die Tie-Wette sowie einige Blackjack-Side-Bets.

Ihr Hauptreiz liegt im hohen Auszahlungsmultiplikator – wegen der Seltenheit des Gewinnereignisses ist die mathematische Lage des Spielers aber oft schlechter.

Ausführlich haben wir das hier aufgeschrieben: Was ist ein Side Bet im Casino?

Was der Hausvorteil praktisch bedeutet

Ein einfaches Rechenbeispiel.

Angenommen, du setzt über einen langen Zeitraum insgesamt 2.000 € in einem Spiel mit 2 % Hausvorteil um.

Der mathematisch erwartete Verlust:

2.000 × 0,02 = 40 €

Das heisst aber nicht, dass du exakt 40 € verlierst.

Das tatsächliche Ergebnis kann genauso gut lauten:

+200 €

oder:

−100 €

oder ein völlig anderer Betrag.

Der Hausvorteil beschreibt einen langfristigen mathematischen Durchschnitt, nicht das Ergebnis einer einzelnen Sitzung.

Welches Casinospiel ist für Spieler am günstigsten?

Wenn du den niedrigsten Hausvorteil suchst, hast du mehrere gute Optionen.

Blackjack bewegt sich bei günstigen Regeln und korrekter Basisstrategie um etwa 0,5 %.

Die Banker-Wette beim Baccarat liegt bei rund 1,06 %.

Einzelne Craps-Wetten sind sogar noch günstiger – die Odds-Wette hat 0 % Hausvorteil, ist aber keine eigenständige Wette.

Europäisches Roulette liegt mit 2,70 % höher, bleibt aber deutlich besser als amerikanisches Roulette mit 5,26 %.

Häufig gestellte Fragen

Welches Casinospiel hat den kleinsten Hausvorteil?

Bei günstigen Regeln und korrekter Basisstrategie kommt Blackjack auf etwa 0,5 %. Die an eine Grundwette gekoppelte Odds-Wette beim Craps hat sogar 0 % Hausvorteil.

Welche Baccarat-Wette hat den kleinsten Hausvorteil?

Die Banker-Wette mit rund 1,06 % unter Standardregeln.

Wie hoch ist der Hausvorteil beim europäischen Roulette?

Beim Standard-Roulette mit einer Null liegt er bei 2,70 %.

Wie hoch ist der Hausvorteil beim amerikanischen Roulette?

Beim amerikanischen Roulette mit Doppelnull sind es rund 5,26 %.

Garantiert ein niedriger Hausvorteil Gewinne?

Nein. Der Hausvorteil beschreibt nur die langfristigen mathematischen Verhältnisse. Kurzfristig sind erhebliche Gewinne wie Verluste möglich.

Haben Slots auch einen Hausvorteil?

Ja. Bei Slots wird üblicherweise der RTP angegeben. Ein RTP von 96 % entspricht einem theoretischen Hausvorteil von 4 %.

Haben Side Bets einen höheren Hausvorteil?

Häufig ja, das variiert aber von Wette zu Wette. Bei manchen Side Bets liegt der Vorsprung des Casinos deutlich über dem der Grundwette.

Fazit

Den kleinsten Hausvorteil bieten Blackjack mit guten Regeln (ca. 0,5 %), die Banker-Wette beim Baccarat (1,06 %) und bestimmte Craps-Wetten. Europäisches Roulette liegt mit 2,70 % im soliden Mittelfeld, amerikanisches Roulette mit 5,26 % klar dahinter.

Die wichtigere Erkenntnis ist aber eine andere: Innerhalb desselben Spiels liegen zwischen der besten und der schlechtesten Wette Welten – beim Baccarat zwischen 1,06 % und 14,36 %. Es lohnt sich also, nicht nur das Spiel auszuwählen, sondern auch die Wette.

Und unabhängig davon: Kein Hausvorteil ist null oder negativ. Setz nur Beträge ein, deren Verlust du verkraften kannst – Hinweise und Hilfsangebote findest du unter verantwortungsvolles Spielen.

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